Mentaltraining – Neuromentaltraining®

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Was bedeutet Mentaltraining und was Neuromentaltraining? Wie funktioniert Mentaltraining und in welchen Bereichen wird es eingesetzt? Welchen Nutzen bringt die Anwendung mentaler Techniken? Gibt es Voraussetzungen, um mental zu trainieren?
Eisberg, Gehirn, Mentaltraining

Was bedeutet Mentaltraining?

Die Wurzeln des Mentaltrainings reichen bis ins alte Ägypten (3000 v. Chr.) zurück. In Griechenland beschäftigte sich schon Hippokrates mit Mentaltraining. Er schlug verschiedene Methoden vor, um das Unterbewusstsein von kranken Menschen zu beeinflussen und deren psychischen Zustand zu verbessern.

 

Professionelles Mentaltraining in seiner heutigen Form hat seine Ursprünge in der Sportpsychologie. In den 1970er-Jahren begannen Sportler Bewegungsabläufe gedanklich durchzuspielen und einzustudieren, um sie im Wettkampf optimal abrufen zu können und die Leistungsfähigkeit zu erhöhen. So definiert auch EBERSPÄCHER [2001, 2011] Mentaltraining im sportlichen Kontext als „eine planmäßig wiederholte und bewusst durchgeführte Vorstellung einer Bewegung oder Handlung ohne deren gleichzeitige praktische Ausführung”.

 

In der Literatur finden sich heute viele Definitionen, um Mentaltraining zu beschreiben. Dies liegt vor allem daran, dass Mentaltraining in sehr vielen unterschiedlichen Kontexten verwendet wird. HUME [2020] bezeichnet beispielsweise Mentaltraining als reine Gedankendisziplin.

 

Mentaltraining verfolgt das Ziel, durch den gezielten, systematischen und bewussten Einsatz der Gedanken und Gefühle, das eigene Ressourcenpotential optimal zu nutzen.

 

In der Sportpsychologie ist der Begriff des Mentalen Trainings mittlerweile fest verankert, denn in keinem anderen Bereich liegen Erfolg und Misserfolg sehr oft so nahe beisammen. Ein Sportler muss in der Lage sein, zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt sein volles Leistungspotential abzurufen, um erfolgreich zu sein.

 

Mentaltraining ist somit eine ziel- und lösungsorientierte Methode zu einer bewussten und ressourcenorientierten Lebensgestaltung. Es kann zu einer deutlichen Leistungssteigerung führen, unterstützt Ziele leichter zu erreichen, und stärkt die Selbstwirksamkeit auf geistiger, emotionaler und körperlichen Ebene.

Was ist Neuromentaltraining?

NEUROMENTALTRAINING® ist ein universell wirksames System, bei dem mit der unendlichen Kraft der Gedanken und mit der noch stärkeren Kraft der bewegten Bilder und Gefühle gearbeitet wird, um seine zu Ziele erreichen und zu verwirklichen. Wesentlich ist, dass NEUROMENTALTRAINING® die Konzepte des Mentaltrainings unter Berücksichtigung der neuesten Erkenntnisse der Neurowissenschaften und der Neurodidaktik miteinschließt.

 

Wir zeigen Ihnen mit den Methoden des Neuromentaltrainings und durch die praktische Anwendung wissenschaftlich fundierter Erkenntnisse aus der Gehirnforschung viele unterschiedliche Wege auf, um mentale Stärke aufzubauen.


In unseren Aus- und Weiterbildungen erlernen Sie, wie Sie durch neuromentales Training …

 

  • sich jeden Tag neu motivieren können, auch wenn es manchmal nicht so einfach ist. 
  • aus schwierigen Lebenssituationen gestärkt hervorgehen.
  • negative Gedanken und Gefühle verändern und die damit verbundenen Verhaltensmuster durchbrechen sowie gewohnte Routinen verlassen und Neues ausprobieren können.
  • fokussiert und konzentriert bleiben können.
  • das Beste aus sich herauszuholen.
  • über Ihre eigenen Grenzen hinausgehen und Höchstleistungensowohl im sportlichen als auch im beruflichen Kontext erreichen. 
  • statt aufzugeben immer weiter gehen und den Glauben an sich nicht verlieren.
  • Ihr wahres Potential entfalten und Ihre Bestimmung entdecken können und dadurch Ihren Beruf zur Berufung machen.

Wie funktioniert Mentaltraining?

Mentales Training ist – wie dargestellt, eine geistige Disziplin – daher ist es auch notwendig, sich mit menschlichen Handlungen und Motiven zu befassen. Das Rubikon-Modell beschreibt den Reifungsprozess eines Ziels vom unbewussten Bedürfnis bis zur zielrealisierenden Handlung.

Ursprünglich war es ein vierphasiges Modell, dem Motiv, der Intention, der präaktionalen Phase und der Handlung. GRAWE hat das Modell um die Phase der unbewussten Bedürfnisse erweitert.

In der ersten Phase geht es darum, sich seiner unbewussten Bedürfnisse bewusst zu werden. Kann das Bedürfnis kommuniziert werden, wird es zu einem Motiv. Diese beiden Schritte werden auch als eine Phase des Abwägens bezeichnet. Sobald der Rubikon überschritten wird, liegt das, was der Mensch tun möchte, in einem neuen Reifestadium vor, der Intention. Danach werden konkrete Ziele und Umsetzungsmaßnahmen geplant und schlussendlich umgesetzt.

 

Anders ausgedrückt, uns Menschen zeichnet eines aus: Wir sind ständig am Denken. Unsere Gedanken kreisen um die Zukunft und um die Vergangenheit. Wir denken, was uns Schönes oder Schlimmes widerfahren könnte. Ständig sind wir in einer Gedankenschleife gefangen. Beim Mentaltraining geht es darum, diese ständigen Gedankenschleifen und Muster für sich zu nutzen, um bestimmte Ziele zu erreichen.


Die zentralen Elemente des Mentaltrainings sind: Gedankenbeobachtung, Gedankenkontrolle und die aktive Gestaltung der Gedanken.

Wo wird Mentaltraining eingesetzt?

Es gibt viele erfolgreiche Menschen, die die Kraft ihrer Gedanken kennen und diese zielgerichtet einsetzen. Weitaus mehr Menschen überlassen ihren Lebensweg noch immer dem Zufall und haben das Gefühl, ihren Gedanken einfach ausgesetzt zu sein.

 

Heutzutage findet man kaum mehr Bereiche, die sich nicht den Techniken des Mentalen Trainings zunutze machen. Menschen aus unterschiedlichsten Berufsgruppen, die Mentaltraining erlernt haben, kombinieren es mit ihren Kompetenzen und Fähigkeiten, um ihr Leben erfolgreich gestalten zu können.

Der Begriff des Mentalen Trainings hat sich in der Sportpsychologie etabliert. Mentaltraining ist ein MUST, denn mentale Stärke trennt die sehr erfolgreichen von den weniger erfolgreichen Sportler. Je weiter vorne der Sportler an der Weltspitze mitmischt, desto mehr Bedeutung kommt dem Mentaltraining als Teil des gesamten Trainingsplans zu. 

 

Im Unternehmens-Kontext hat Mentaltraining ebenso einen wichtigen Platz gefunden. Für Menschen in Unternehmen wird es immer wichtiger, mit Drucksituationen und Stress optimal umzugehen, die Performance im richtigen Moment abrufen zu können und konzentriert und fokussiert zu arbeiten.

 

Die Erfahrungen zeigen, dass der Einsatz von Mentaltraining in der Persönlichkeitsentwicklung zu unglaublich schnellen Veränderungen führt.

Beispiele für Einsatzbereiche

Das Einsatzpotential ist aber noch lange nicht ausgeschöpft. Mentales Training ist sehr vielseitig einsetzbar und wird auch in der Rehabilitation nach Sportverletzungen und in vielen medizinischen Programmen integriert. Studien belegen die Vorteile des Mentaltrainings bei verschiedenen Erkrankungen.

 

  • Sport (Potential und Leistungsmaximum zu einem bestimmten Zeitpunkt bzw. unter Drucksituationen abrufen zu können, Mentaltraining zur Vorbereitung und während Wettkämpfen, nach Wettkampfniederlagen, Entspannung, nach Sportverletzungen, Visualisierung von Zielen)
  • Unternehmen (um den hohen Leistungsanforderungen gerecht zu werden, Persönlichkeitsentwicklung als Voraussetzung für Führungsaufgaben, ruhig und gelassen in Konfliktsituationen zu reagieren)
  • Schule (Prüfungssituationen, Konzentrationsfähigkeit)
  • Persönlichkeitsentwicklung (Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl, persönliches Wachstum, Selbstmanagement, Selbstwirksamkeit, Selbstbestimmung, Entspannung, geistige Leistungsfähigkeit)
  • Reha (nach einem Schlaganfall zeigen Studien eine klinische Wirksamkeit des Mentaltrainings mit Bewegungsvorstellung, nach Unfällen mit Schädel- Hirn-Traumata, Gedächtnisstörungen, bei chronischen Schmerzen, nach Sportverletzungen, bei allen Erkrankungen, die eine Lebensstil-Änderung nach sich ziehen sollen)
  • Betriebliche Gesundheitsförderung (Kommunikation – Macht der Sprache, Umgang in Konfliktsituationen, lösungsorientiertes Denken, Entspannung und Balance, Stressmanagement)
  • Lebensstil-Änderung: Gewichtsreduktion, Nichtraucher werden, mehr Bewegung und Fitness
  • Ängste – Prüfungsangst, Angst vorm Zahnarzt, vorm Fliegen, vor Spritzen, vor Gewittern
  • u.v.a.m.

Was bedeutet mentale Stärke?

  • Menschen, die mental stark sind, sehen schwierige Situationenin ihrem Leben nicht als Schicksal, sondern als Chance, sich weiterzuentwickeln.
  • Mentale Stärke bedeutet, sich nicht aus der Bahn werfen zu lassen, wenn das Leben nicht so läuft, wie wir es gerne hätten – und das tut es ganz oft nicht. Mental starke Menschen fragen sich dann nicht, warum, wieso und weshalb das schon wieder passiert ist, sondern sie fragen sich: “Wozu ist das eine Gelegenheit – WIDEG?” Sie machen aus jeder Situation das Beste, das was möglich ist.
  • Mental stark zu sein bedeutet positiv zu denken und auf die guten Dinge zu schauen, was aber auf keinem Fall gleichzusetzen ist, alles durch eine rosarote Brille zu sehen.
  • Mental stark zu sein, bedeutet sich seinen eigenen Stärkenbewusst zu werden und darauf zu vertrauen, was man kann. Es bedeutet, seinen Fähigkeiten zu vertrauen und im richtigen Moment, das abrufen zu können, was man vorbereitet und trainiert hat, beispielsweise in Prüfungssituationen, bei wichtigen Verhandlungen, bei Präsentationen.
  • Mental stark zu sein, bedeutet auch, mit allem was von außenauf uns einwirkt, besser umgehen zu lernen und sich nicht vom eigenen Weg abbringen zu lassen. Situationen und Dinge im Leben, die nicht aus eigener Kraft geändert werden können, anzunehmen und die Bewertung dazu zu verändern.

Welchen Nutzen bringt die Anwendung mentaler Techniken?

Mit unseren Gedanken erschaffen wir unsere Wirklichkeit und diese hängt ganz entscheidend davon ab, was wir denken und fühlen, auch wenn wir uns dessen nicht immer bewusst sind. Mit Mentalem Training können wir lernen, unseren geistigen und emotionalen Zustand bewusst zu steuern und zu verändern. Mentaltraining kann helfen Blockaden bzw. eigene Grenzen persönlicher Leistungsfähigkeit zu überwinden.

Das Einüben neuer Verhaltensweisen erfolgt in einem tiefen Entspannungszustand, dem sogenannten Alpha-Zustand. Das ist ein Zustand, in welchem die beiden Gehirnhälften in optimaler Weise zusammenarbeiten.

Die Techniken des mentalen Trainings kann jeder erlernen. Jeder Mensch hat dadurch viele Möglichkeiten sein Leben positiv zu verändern, sein volles Potential abzurufen und sich mental, physisch und emotional weiterzuentwickeln.

Wirkungen von Mentaltraining

Die Wirkungen von Mentalem Training sind sehr vielfältig und haben große Auswirkungen auf das ganze Leben. Mentaltraining wird eingesetzt, um …

 

  • geistige Fähigkeiten gezielt nutzen zu können.
  • die eigene Konzentrationsfähigkeit, strukturiertes Denken, positives Denken zu fordern und zu fördern.
  • Selbststeuerungs-Kompetenzen und Selbstwirksamkeit zu erlernen, um (herausfordernde) Ziele schneller und leichter zu verwirklichen.
  • das Selbstbewusstsein, das Selbstvertrauen, die Selbstsicherheit zu fördern.
  • unbewusste Bedürfnisse und Ziele in Einklang zu bringen.
  • Klarheit über die eigenen Werte zu bekommen, die wie Wegweiser im Leben wirken.
  • sich seiner Stärken bewusst zu werden.
  • Leistungen zu steigern.
  • Bewegungsabläufe durch Visualisieren zu erlernen.
  • unter Zeit- und Problemdruck erfolgreiche Handlungsmöglichkeiten zu stabilisieren.
  • eigene Bewältigungsstrategien unter Berücksichtigung der eigenen Möglichkeiten zu gestalten.
  • einschränkende Denk- und Handlungsmuster zu verändern und Handlungsmöglichkeiten zu optimieren.
  • Stress abzubauen, wodurch Anspannungen vermindert werden und Erholung schneller passiert.
  • Gelassenheit zu fördern.
  • die Motivation zu steigern.
  • die Auflösung von Blockaden zu beschleunigen.
  • Lernschwierigkeiten, Lernblockaden abzubauen.
  • Lampenfieber, Ängste abzubauen.
  • Klarheit über das eigene Verhalten und das WAS und WIE des Handelns zu erklären.
  • die Veränderung unerwünschten Verhaltens zu unterstützen: Rauchen stoppen und Gewicht reduzieren.

Voraussetzungen, um mental trainieren zu können

Mentaltraining ist eine sehr lösungs- und ressourcenorientierte Methode, um das Beste aus sich herauszuholen und große Ziele zu erreichen. Eingesetzt wird es heute im Sportbereich und Unternehmenskontext, in der Persönlichkeitsentwicklung und auch im medizinischen Bereich, wie z. B. bei Rehabilitationsmaßnahmen. Der Nutzen des Mentaltrainings ist immens groß, wenn die Methoden regelmäßig geübt werden, denn Mentaltraining kann nicht delegiert werden.

 

  • Eine positive Grundeinstellung gegenüber dem Mentalen Training ist natürlich von Vorteil.
  • Konkrete und evaluierbare Ziele setzen, die erreicht werden sollen.
  • Mentaltraining wird in einem entspannten Grundzustand durchgeführt. Entspannungsmethoden, unterstützen das Training, wie Atemtechniken, Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation usw.
  • Ein gewisses Maß an Eigenerfahrung für die zu optimierende Handlung ist vorteilhaft.
  • Einsetzen der Vorstellungskraft über den Zustand, den du erreichen möchtest.
  • Mentales Training kann nicht delegiert werden und bedeutet daher das Erbringen einer Eigenleistung.

Literaturquellen

Weblinks

DETTMERS, Ch.; NEDELKO, V. [2009]: Mentales Training bei motorischen Störungen nach Schlaganfall. NeuroGeriatrie 2009; 6 (4) – 151 – 156 – Abgerufen am 09.10.2020

ZIEMANIN, H.; HENDRICH, S.; SCHLEINKOFER, M.; PFEIFER, K. [2008]: Der Einsatz von Mentalem Training in der Rehabilitation von Schlaganfallpatienten – Review und Effektstärkenberechnung. The Application of Mental Training in the Rehabilitation of Stroke Patients – Review and Calculating Effect Sizes. Thieme Verlag. – Abgerufen am 09.10.2020